Geschichte der Kreditkarten
Die Geschichte der Kreditkarte ist maßgeblich verbunden mit der Geschichte des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.
Ihren Ursprung nahm die Entwicklung des modernen Kreditkartensystems in den USA Anfang 1900. Ursprünglich handelte es sich um eine verbriefte Mitgliedstatus, der - durch Vorzeigen der Kreditkarte bewiesen - zu der Inanspruchnahme besonderer Leistungen berechtigte. Entsprechend wurde diese frühe Form der Kreditkarte vor allem von Hotels an Gäste vergeben, die sich durch regelmäßige Inanspruchnahme von Leistungen, eine solide Vermögenssituation und gute Zahlungsmoral hervorgehoben hatten.
Diese Praxis breitete sich daraufhin aus, sodass immer mehr dieser Kreditkarten vergeben worden. In ihrer Funktion entsprachen sie maßgeblich den modernen Payback Systemen, hatten ihren Sinn also vor allem in der Kundenbindung und der Anregung von Konsum.
In den 50er Jahren fand diese Entwicklung ihren vorübergehenden Höhepunkt in der - nunmehr fast modernen - Kreditkarte des amerikanischen Diners Club. Dabei handelte es sich um einen Club, dessen Mitglieder sich insbesondere zum Speisen in New Yorker Restaurants einfanden.
Die Kreditkarte des Diners Club, die zu Beginn lediglich an enge Freunde der Gründungsmitglieder vergeben wurde, berechtigte ihren Inhaber zum Speisen auf Kredit in bestimmten Restaurants. Dieses Modell hatte so durchschlagende Wirkung, dass die engen Anforderungen an den Inhaber einer Kreditkarte zunehmend durchweicht wurden.
1951 vergab die amerikanische Franklin National Bank erstmals so genannte Universalkreditkarten, die von jedem Interessenten mit einer gewissen Bonität erworben werden konnte. Dabei handelte es sich zugleich um die erste Bankkreditkarte, die vor allem das Geschäft der Bank mit Privatkrediten beleben sollte.
Der gewünschte Erfolg der Geschäftsidee realisierte sich denkbar schnell, sodass immer mehr Banken am Kreditkartengeschäft teilzuhaben versuchten.
Namentlich wäre etwa die - heute noch starke - Bank of America zu nennen, die 1958 ihre erste Kreditkarte auf den Finanzmarkt brachte. Dieser Trend breitete sich weiter aus, sodass schon am Anfang der 70er Jahre jede zehnte Bank ein eigenes Kreditkartenprogramm hatte.
Diese Zersplitterung erweis sich jedoch als immer schadhafter für das Kreditgeschäft, sodass die betroffenen Banken schnell an Zusammenschlüssen arbeiteten. Daraus entwickelten sich die heute noch maßgeblichen Player auf dem Gebiet der Kreditkartenwirtschaft Visa und Master Card. Diese bauten im Zuge der Internationalisierung ihr Angebot immer stärker aus und erschlossen neue Märkte, was die Kreditkarte letztlich auch nach Deutschland brachte.